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Besuch in der Höhle des Löwen... - Ein Tag bei einem PC-User

 
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Busyman
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Anmeldedatum: 16.09.2001
Beiträge: 64
Wohnort: Ostwestfalen

BeitragVerfasst am: 23.02.2002 - 22:42    Titel: Besuch in der Höhle des Löwen... - Ein Tag bei einem PC-User Antworten mit Zitat

Okay, es gibt Tage, da wünsche auch ich mir, einen PC zu haben, z.B. wenn ich im Zimmer meines Bruders sitze und sehe, wie er ein phantastisches Rennspiel spielt, das es leider nicht für den Mac gibt. Aber es gibt auch Tage, die machen mir deutlich wie richtig die Entscheidung war, zur Mac-Plattform zu wechseln. So ein Tag war heute.

Morgens ein Hilferuf von einem Mitstudenten. Während man gerade dabei ist, Kaffee aufzusetzen und zu schauen, ob die Familienbande Brötchen und Aufschnitt übriggelassen hat, läutete es Sturm. In Gedanken daran, daß das ein richtig guter Tag werden könnte, geht man ans Telefon. Doch schon das hektische "Hallo, bist Du es, Martin?" am anderen Ende der Leitung macht einen stutzig und erste graue Wolken bilden sich an der Stelle im Gehirn, wo eben noch der Traum vom schönen Samstag blühte. "Ja, ich bin es wirklich." Nun schwappt einem ein Schwall von Wut, Ärger und Hilflosigkeit entgegen. Ende vom Lied: Der PC des Mitstudenten funktioniert nicht mehr, wird aber dringend für ein Kunstprojekt gebraucht..."Okay, wann soll ich denn vorbei kommen?" "JETZT!!!"

Nun gut, das Brötchen genehmige ich mir noch, ist schließlich Wochenende, der Kaffee wird jedoch schon im Badezimmer getrunken. Es ist ja eine Notsituation. Und ich bin darauf vorbereitet. Als ehemaliger PC-Benutzer weiß ich, worum es geht. In der schwarzen Tasche liegen schon die verschiedenen Installations-CDs , Rettungspakete und natürlich das netzwerkfähige Laptop für ganz hartnäckige Fälle. Nur noch die Jacke anziehen, Autoschlüssel suchen und ab zur Tanke. Denn PC-Rettung, das weiß der Fachmann, ist nervenaufreibend. Zigaretten sind absolut notwendig. Lieber noch ein Paket Kaffee einpacken, immerhin geht es in eine WG. Ach, und die zwei Pizzen nehmen wir auch besser mit.

Kaum beim Windows-Opfer angekommen, werde ich in das Zimmer gezogen, wo der böse Geist sein Unwesen trieb und den PC verhext hat. "Wann ist er denn abgestürtzt?" "Ich war im Internet, habe meine Mails gelesen und dann ist er abgerockt. Seitdem läßt er sich nicht mehr starten..." Gut, daß ist an sich kein Problem, wir legen die Windows-CD ein, starten von ihr. Von wegen...Erstmal müssen wir in das hübsche BIOS und dem PC Bescheid geben, daß er doch bitte von CD bootet. Schon jetzt sehne ich mich nach meinem G4. Aber der steht 15 Kilometer weit weg und dient meiner Schwester als Freizeitvergnügen. Der PC startet schließlich von der Windows-CD, ein erster Erfolg. Internet & Mail & Absturz? Ein Virenprogramm muß ran, das exisitiert selbstredend nicht auf dem Rechner. Stimmt, sowas ist völlig überflüssig. Trotzdem spiele ich meines auf den Rechner. Und lande damit einen dicken Treffer. Die Liste der gefundenen Viren liest sich wie ein "Who is who" der internationalen Hacker-Gilde. Lustig ist das nicht, denn die Viren haben ihre Arbeit erfolgreich verichtet, wichtige Systemdateien sind bereits zerstört. Ich zünde mir eine Zigarette an, drehe mich zu meinem Freund. "Da steht eine komplette Neuinstallation an. Dein Rechner ist vom System her hin." "Oh.." "Ja, hast Du Rohlinge da, damit wir Deine Daten sichern können?" "Nein." Während er in den nahe gelegenen Media Markt wetzt, schmeiße ich die Kaffeemaschine an. Und befülle sie mit meinem Kaffee. Sehr zur Zufriedenheit der übrigen WG-Bewohner...Mit voller Kaffeetasse setze ich mich wieder an den Rechner und versuche mit den nun vorhandenen Rohlingen die Daten zu sichern. Das klappt auch, Hoffnung steigt in mir hoch. Kurz denke ich an einen möglichen Kinobesuch am Abend.

Jetzt geht es ans Eingemachte. Ich lösche die Platten. "format c:" Der Befehl der Hölle Very Happy Langsam schreiten die Prozentzahlen voran. Endlich: Die Platte ist gelöscht. Reboot, und ja, wir wollen ein neues Windows 98 aufspielen. Der Assistent fängt an, alles wird gut, denke ich. Ja, mein Vertrauen kommt zurück, es läuft wie geschmiert. Bis zum erneuten Neustart. Der Teufel ist zurück. Hochmütig teilt mir Windows mit, daß kein Treiber für die Grafikkarte vorhanden sei und läßt mich mit einer Auflösung von 640x480 Bildpunkten und 16 Farben allein. Toll, sieht klasse aus. Kann man auch nicht erwarten, daß auf einer Original-CD, die dem Rechner beilag, ebenfalls Treiber für die Grafikkarte sind. Nein, kann man nicht, natürlich nicht. Gut, mir auch egal, ich trotze dem Teufel und beginne, die Programme in 16 Farben zu installieren. Allerdings bemerke ich die skeptischen Augen meines Freundes, der hinter mir sitzt und gebannt auf den Bildschirm blickt. "Ist Martin wirklich ein Profi? Wenn er nicht einmal die Grafikkarte konfigurieren kann? Habe ich mich in ihm geirrt?" Kann sein, ich versuche auch nur mein Bestes. Die Installation der Programme verläuft überraschend harmlos, hier und da mal eine kleine Unklarheit, aber keine großen Hindernisse. Diese glückliche Zeit ist zu Ende, als ich beginne, die Internet-Einstellungen vorzunehmen. Der Rechner findet sein Modem nicht...Treiber ist zwar installiert, Konflikte werden nicht angezeigt, doch beim Versuch, uns einzuwählen kommt die Meldung, daß kein Modem installiert sei. Schizophrenie pur. Ich brauche einen großen Schluck aus der Kaffeetasse. Komm, einfach noch mal rüber mit dem Treiber. Nein, geht nicht. Andere Treiber installieren. Nein, Houston wir können nicht starten. GAR KEINEN TREIBER INSTALLIEREN! Gut, nimmt das System eben den Standardtreiber. Und: Es funktioniert. Logik? Nein, Wille und Vorstellung.

Wir sind im Netz. Da kann ich gleich nach einem Treiber für seine Hercules Terminator 3D-Karte schauen. Sehr witzig, das Internet in 16 Farben mit einer Auflösung von 640x480 zu besuchen. Die Treibersuche gestaltet sich wie die Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Doch nach einer halben Stunde werden wir auf einer taiwanesischen Seite fündig. Ich verstehe dort zwar nichts, lade die Datei aber vorsichtshalber runter. Und sie entpuppt sich als der gesuchte Treiber. Freudig glänzen die Augen meines Freundes: Es gibt wieder Millionen von Farben und die Auflösung springt zurück auf 1024x768. Das macht auch mir die Arbeit leichter. Immerhin wollen Drucker und Scanner noch installiert werden, das interne WG-Netzwerk wartet ebenfalls auf das wiederbelebte Mitglied.

In einem muffigen Pappkarton unter dem Tisch finde ich die CD für den Scanner. Ich habe das Gefühl, mich springen 1000 Viren an. Während ich mich durch den Sprachmix des Setup hangele, denke ich wieder an meinen G4. Das nimmt mir Windows übel. Das Setup stürzt ab, irgendein unerwarteter Schutzfehler. Gibt es auch erwartete? Gut, Rechner neustarten. Noch einmal probieren. Nein, geht nicht. ich verbinde mich wieder via Modem mit dem Netz, besuche die Seite des Scanner-Herstellers. Oh Wunder, es gibt ein Update, saugen wir das. Nur 30 Minuten per Modem. Ein Klacks...Zeit genug, um die Pizza in den Ofen zu schieben. Als ich zurück in das Zimmer komme, meldet mir Windows, daß die Netzverbindung abgebrochen wurde. Kann passieren, auch mit dem Mac. Zeit genug, um die Pizza auch noch zu essen. Gut gestärkt kann man alles besser erledigen. Diesmal hat es auch geklappt. Das Update liegt auf dem Desktop. Ich doppelklicke es und erfahre: Dieses Update ist nicht für den angeschlossenen Scanner. Nein, ist klar. Stand ja auch überhaupt nicht in der Download-Beschreibung. Das Programm bietet aber an, den richtigen Treiber zu laden. Sozusagen als kleine Entschuldigung. Na, wenigstens ein nette Geste. Zeit genug, um die CD für den Drucker zu suchen. Die findet sich ebenfalls in dem Karton. Noch einmal Virenbefall...

Was soll man sagen, der Scanner funktioniert irgendwann,  wenn auch noch nicht mit der Bildbearbeitung zusammen, aber das wird noch. Nun also der Drucker. Vorsichtshalber schaue ich gleich im Netz nach, ob es ein Update gibt. Nein, kein Update. Ich hatte auch keinen Hunger mehr. Installation verläuft reibungslos, beinahe. Denn nach dem 128. Neustart meldet Windows, daß der über USB angeschlossene Drucker nicht über USB angeschlossen sei. Das verstehe ich sofort. Ich zerre den Treiber nochmal aus dem System, starte neu, installiere ihn ein zweites Mal, es klappt. Schweißperlen bilden sich auf meiner Stirn. Ich schwitze. Als Akademiker ist man dieses krasse Auftreten  reiner Logik nicht gewohnt. Der Drucker druckt, der Scanner scannt, bleibt nur noch das Netzwerk.

Nein, es darf nicht wahr sein, es bleibt mir erspart, das Netzwerk funktioniert gar nicht, der Rechner des Zimmergenossen hat Probleme mit der Firewall, ich darf erst morgen wiederkommen...

Schnell verlasse ich die heiligen Hallen, eile zurück an, sehne mich nach dem G4. Da steht traurig meine Schwester im Zimmer und meint, leider funktioniere das Spiel Otto-Matic nicht mehr. Ich lösche die betreffende Preferenz, Kinderaugen lachen wieder glücklich.

So einfach kann es sein...

Martin
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